Archiv

Schlagwort-Archive: Bildfilter

German Federal Archives in Koblenz Deutsch: Bu...

Bundesarchiv in Koblenz (Photo: Holger Weinandt, License: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en)

It’s becoming more and more apparent where Wikipedia’s sympathies lie. Recently the German Wikipedia was close to seceding because users were to be given the opportunity to choose which images they wanted to see. The Italian and English Wikipedias each staged a blackout in order to take part in politics.

And Wikipedia is betraying its most sacrosanct values: its own licence, which today is cc-by-sa (The previously used GFDL had been specifically re-written for Wikipedia).

The German Federal Archive (“Deutsches Bundesarchiv“) terminated its cooperation with Wikimedia Germany (“Wikimedia Deutschland e.V“) because it resulted in numerous cases of copyright infringement.

Not only were the terms of the Creative Commons BY-SA 3.0 licence not met but German §  13 Urheberrechtsgesetz (German Copyright law) was violated as well. The Federal Archive is contractually obliged to cite copyright holders’ names. Due to the piracy cases the Bundesarchiv no  longer provides photos to Wikipedia.

You have to ask yourself now:  Can you blame Wikipedia  for single users who misappropriate pictures? Yes you can!  Wikipedia is based precisely on the principle that individuals are acting as a crowd. It would have been only fair if Wikipedia had taken responsibility for any abuse. Wikipedians should have helped the Bundesarchiv actively in pursuing copyright violators. But Wikipedians failed to do so.

This also explains why many Wikipedians are against ACTA: The Wikimedia Foundation and Wikipedians don’t want copyright law to expand into emerging countries (this is the true and only aim of ACTA, it changes nothing in US and European Union law). The foundation does not want to be sued successfully and justifiably more often as e.g. by the heirs of Loriot in Germany).

Links (German):

Greetings by

Your David Richter

This article is a translation of my earlier German post  „Plagiat: Wikipedia verstößt gegen die eigene Lizenz – Geistigen Eigentum wird missachtet“. – Thanks for copy editing by Andreas Kolbe!

Advertisements
German Federal Archives in Koblenz Deutsch: Bu...

Bundesarchiv in Koblenz (Foto: Holger Weinandt, Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en)

Wes‘ Geistes Kind Wikipedia ist, zeigt sich immer deutlicher. Kürzlich war die deutsche Wikipedia nahe dran, sich abzuspalten weil der Nutzer die Möglichkeit bekommen sollte zu wählen, welche Bilder er sehen möchte und die italienische und englische Wikipedia hatten sich für einen Tag abgeschaltet, um in der Politik mitzumischen.

Sie verrät zudem ihr Hochheiligstes: ihre eigene Lizenz, heute die cc-by-sa (Die früher verwendete GFDL wurde in der Vergangenheit schon eigens für sie umgeschrieben).

Das deutsche Bundesarchiv hat die Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland e.V., dem deutsche Wiki-Chapter, eingestellt, weil das zu zahllosen Missbrauchsfällen geführt hatte.

Nicht nur wurden die Bestimmungen der Lizenz Creative Commons BY-SA 3.0 nicht eingehalten, sondern auch § 13 Urheberrechtsgesetz. Das Bundesarchiv ist vertraglich zur Urhebernennung (Namensnennung) verpflichtet, die aber nicht erfolgte. Wegen der Plagiate stellt das Bundesarchiv keine weiteren Fotos mehr für Wikimedia Commons zur Verfügung.

Man muss sich nun fragen: Kann man Wikipedia dafür verantwortlich machen, dass einzelne Nutzer bilder „veruntreuen“? Ja kann man, weil das Wikipediaprinzip gerade darauf fußt, dass einzelne Nutzer im Schwarm aktiv werden. Also hätte Wikipedia fairerweise für das Bildarchiv auch die Verantwortung für Missbrauch übernehmen müssen und die Wikimedianer hätten das Bundesarchiv aktiv bei der Verfolgung von Rechtsmissbrauch unterstützen müssen.

Das erklärt natürlich, warum Wikipedia gegen ACTA ist: Sie will nicht, dass das Urheberrecht auch in Schwellenländer vordringt und sie noch öfter erfolgreich und mit Recht in Ländern wie Deutschland verklagt wird (siehe Loriot-Erben).

Links:

Es grüßt

Ihr David Richter

In der deutschsprachigen Wikipedia rumort es derzeit sehr laut. Deutsche Wikipedia unter Führung zweier Trolle zeigt Spaltungstendenzen, nachdem das Board der Foundation anscheinend ex kathedra (eigentlich aufgrund des Harris-Reports) beschlossen hat, einen freiwilligen Bildfilter einzurichten. Es zeigen sich (exemplarisch in der Podiumsdiskussion während der WikiCon) zwei grundlegende Tendenzen:

  1. Die Kommunikation der Foundation mit der deutschen Wikipedia lässt deutlich zu wünschen übrig. Entweder interessiert sich das Board nicht richtig für die deutsche Wikipedia oder die deutsche Wikipedia nicht richtig für die internationalen Entwicklungen. Oder beides? Jedenfalls scheint das Board der Meinung zu sein, der Harris-Report stelle so was wie die Meinung der weltweiten Wikipedianer dar und fühlt sich ermächtigt, einen Bildfilter einzubauen. Die Deutschen hingegen fühlen sich nicht beteiligt, da sie die auf Englisch geführten Ermittlungen von Harris fast nicht beachtet – und ihre Meinung daher nicht rechtzeitig Kund getan haben.
  2. Es zeigt sich dasselbe Phänomen, wie bei Stuttgart 21: Die deutschen Wikipedianer meinen, es wäre demokratisch, wenn man einen demokratischen Prozess, den man verschlafen hat, durch eine angeblich basisdemokratische Hauruck-Aktion noch Mal aus den Angeln hebt. Ich halte das nicht für demokratisch, sondern für anarchisch inkonsequent. Am Wichtigsten wäre, jetzt die Kommunikation zur Foundation zu verbessern.

Die Argumentationslinien lassen sich einfach beschreiben:

  • Die Foundation will neue Nutzergruppen erschließen und dafür zwei Dinge mit dem Filter bewirken. Sie will einerseits durch ein kurzfristiges technisches Mittel den langfristigen Frauenanteil steigern und damit die Umgangsformen freundlicher gestalten. Sie will andererseits Wissen nach dem Prinzip des geringsten Erstaunens präsentieren, um bis jetzt unterrepräsentierte Völker und empfindlichere Personen zu erreichen. Bilder werden daher nicht gelöscht, sondern freiwillig sichtbar oder unsichtbar gemacht. Dies wird nur für Bilder und nicht für Texte getan, weil bei Bildern eine neutrale Darstellung schwerer herstellbar ist als bei Texten, weil sie grundsätzlich subjektiv-emotionaler wirken und nicht bis auf den i-Punkt bearbeitet werden können, wie Texte.
  • Die Gegner des Bildfilters rufen laut Zensur!, weil sie – ohne das es derzeit Anhaltspunkte dafür gäbe – befürchten, die Programmierung eines Bildfilters könnte helfen, aus freiem Weltwissen, zensiertes Weltwissen zu machen. Die Informationen der freiwilligen Bildfilter der Wikipedia könnten aufgrund der Lizenz von anderen wie Google oder China dafür genutzt werden, unfreiwillig zu Filtern. Die Einrichtung von Filtern könnte dazu führen, dass in Wikipedia radikale Gruppen nur noch mit Filtern beschäftigt wären und so die Filter immer mehr und strenger gefiltert würde. Sie halten den Bildfilter für eine technische Lösung eines sozialen Problems.

Fazit: Die Meisten reden aneinander vorbei. Gerade jetzt wäre der Zeitpunkt, zu dem die deutsche Community der Foundation grundsätzliche Hinweise geben könnte, wie man bei der Programmierung des Bildfilters Missbrauch reduzieren oder vermeiden könnte. Vielleicht könnte man sogar noch einvernehmlich ein Überdenken des Bildfilters bewirken. Aber stattdessen gibt es einige, die eine Blockadepolitik vorbereiten und so das Grundproblem, die schlechte Kommunikation zwischen deutscher Community und Foundation noch verschlimmern.

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet Trolle wie Widescreen und Liberaler Humanist das Feld der Gegner anführen. Ihre Spezialität ist es, Kommunikation zu stören.

Es grüßt

Ihr David Richter