Männliche Beschneidung oder: Wie halten Sie es mit der Abtreibung?

Aufgrund des Beschneidungsurteils tobt im Moment die Empörung. Aber ist sie konsequent oder in ihrer Konsequenz nur Heuchelei? Eine Betrachtung im Lichte der deutschen Grundrechte.

Was ist passiert?

Das Landgericht sprach einen Arzt nur deshalb vom Vorwurf der Körperverletzung frei, weil er ja nicht hätte wissen können, dass eine muslimische Beschneidung (auch Zirkumzision, jüdisch Brit Mila) strafbar ist. Er habe also zwar „tatbestandlich“ eine Körperverletzung begangen, sei aber „entschuldigt“ wegen seines „unvermeidbaren“ Irrtums. Wegen dieses taktischen Freispruches, konnte der Arzt keine Revision mehr beim BGH einlegen – er ist ja frei.

I. Vorreden
1. Allgemein ist zu bemerken, dass die Beschneidung ein eine Übung und ein Ritual vor allem, aber nicht nur der Juden und Muslime ist. Auch die Christen feiern die „Beschneidung des Herrn„, den Tag, an dem Jesus Christus beschnitten wurde. Deutschland bezahlt Bestrebungen der WHO die Beschneidung zu verbreiten, um die AIDS-Gefahr zu verringern (es kann dahingestellt bleiben, ob das ein wirksames Mittel gegen HIV ist). Mindestens ein Viertel der männlichen Weltbevölkerung ist beschnitten. Nur ein verschwindend geringer Teil aber ist damit unzufrieden. Ein Verbot der Beschneidung wurde in der Geschichte immer wieder eingeführt, um Juden zu verfolgen und zu unterdrücken.

2. Das Thema ist komplex, da man Verhältnismäßigkeiten abwägen muss und die Gerechtigkeit tangiert wird. Die Gerechtigkeit wird hier nur durch das Grundgesetz mit seinen Grundrechten repräsentiert, die weitgehend zu den Menschenrechten der EMRK identisch sind.

3. Grundrechte (und genauso Menschenrechte) sind zu einem Teil absolut und zu einem Teil relativ. Fällt etwas in ihren Kernbereich, so sind sie absolut. Während relative Grundrechtsbeeinträchtigungen durch ein einfaches Gesetz begründet werden können, dürfen absolute Beeinträchtigungen nur durch Gesetze beeinträchtigt werden, die sich selbst auf andere Grundrechte berufen. Kollidieren zwei Grundrechte so miteinander, muss abgewogen werden, welches höher wiegt.

4. Bei der Abwägung aller Grundrechte geht man traditionell davon aus, dass jedes gleich wichtig ist. Das gilt auch für die Religionsfreiheit. Nur die Menschenwürde steht über allen.

II. Hauptteil

1. Wie groß sind die Eingriffe in Grundrechte bei der männlichen Beschneidung oder deren Verbot?

a. Eingriff in Körperliche Unversehrtheit (Art 2 I GG).

Zum Kernbereich des Grundrechtes gehört das Leben des Menschen ab seiner Zeugung. In die körperliche Unversehrtheit darf durch einfaches Gesetz eingegriffen werden, um Leben zu töten, Körperteile zu entfernen oder Schmerz zuzufügen. Diese Gesetze müssen sich natürlich an der restlichen Verfassung orientieren. Solche Gesetze gibt es, sie erlauben etwa, dass man Organe transplantiert, abtreiben darf, ein Arzt nicht nur heilen, sondern auch kosmetische Operationen vornehmen lassen darf. Im BGB gibt es die Erlaubnis, dass Eltern für ihre Kinder all diese Fragen entscheiden können.

Um einen Vergleichsmaßstab zu haben, kommt hier eine Liste von Eingriffen, die Eltern erlauben dürfen. Eltern dürfen Tattoos, Piercing, Brustvergrößerung/-verkleinerung, sonstige SchönheitsOPs erlauben. Bei Kindern bis 14 entscheiden sie allein, ob ihre Tochter, die ungeplant schwanger ist, das Kind austragen muss (Das ungeborene Kind ist schon vom Schutz des Grundrechtes erfasst!) – also, ob ein Mensch leben darf oder ob die Tochter das Kind abtreiben muss, also ob ein Mensch sterben muss und die Tochter erheblichen Risiken ausgesetzt wird, die regelmäßig mit einem Schwangerschaftsabbruch einhergehen:

  • 92,6 % starke Schuldgefühle
  • 88,0 % Depression
  • 82,3 % Verlust des Selbstwertgefühls
  • 75,5 % Verlust des Selbstvertrauens
  • 63,1 % Flashbacks (blitzartige Erinnerungen an die Abtreibung im Wachzustand)
  • 55,8 % Selbstmordgedanken
  • 50,8 % hysterische Weinkrämpfe

Daneben gibt es noch körperliche Folgen von Unterleibskomplikationen über „nur“ Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten bis hin zu lebensbedrohlichen Infektionen.

Fast alle diese Entscheidungen der Eltern haben lebenslange und nicht nur positive Folgen. Der Schwangerschaftsabbruch trifft gleich drei Mal den Kernbereich des Grundrechts:

  1. wenn der Ungeborene (Nasciturus) getötet wird,
  2. wenn die Unfruchtbarkeit und das Leben der Schwangeren 14-jährigen riskiert wird und
  3. wenn der Tochter die Schwangerschaft, eine Grundfunktion des menschlichen Lebens erzwungen oder verhindert wird.

Bei der Vorhautbeschneidung hingegen liegt wohl kein Eingriff in den Kernbereich des Grundrechts vor und selbst, wenn ist er in seinen Auswirkungen nicht vergleichbar mit dem Schwangerschaftsabbruch. Durch die Vorhautbeschneidung wird die Fortpflanzung im Gegensatz zum Schwangerschaftsabbruch nicht grundsätzlich verhindert. Die ebenso mögliche Komplikation einer Unfruchtbarkeit ist weitaus seltener. Die Veränderung des Sexualverhaltens ist zwar „nur“ eine kosmetische, aber es ist nicht zu verhehlen, dass mit der Vorhaut auch luststeigernde Nerven mit abgeschnitten werden. Dass mindestens 1/4 aller Männer weltweit beschnitten sind und nur ein mikroskopischer Bruchteil davon damit Unzufriedenheit äußert zeigt, dass ein erheblicher Teil der Menschen Beschneidung nicht als großen Eingriff ansieht.

Da aber weder die Sexualität überhaupt noch die Zeugungsfähigkeit im Normalfall behindert werden und dies auch nicht beabsichtigt ist, sehe ich bei der männlichen Beschneidung erstens keinen Eingriff in den Kernbereich des Grundrechtes und zweitens ist dieser Eingriff der gewollten und ungewollten Folgen deutlich geringer als beim Schwangerschaftsabbruch oder der Verpflichtung zur Schwangerschaft eines Teenagers.

b) Eingriff in die Erziehungsfreiheit (Art 6 GG).

Das Grundgesetz hat (nicht zuletzt aus den bösen Erfahrungen mit dem Antisemitismus der Aufklärer und in Nazideutschland) den Eltern das alleinige Erziehungsrecht gegeben. Erst, wenn eine Missbrauch dieses Rechtes erkennbar ist, darf der Staat einschreiten. Es ist anerkannt, dass zu diesem Recht im Kernbereich gehören: Aufenthaltsrecht (Wer seine Kindern „Stubenarrest“ befiehlt, erfüllt den Tatbestand der Freiheitsberaubung, der genauso bestraft wird wie Totschlag), Entscheidungen über die körperliche Unversehrtheit (Piercing, Schwangerschaftsabbruch, Schönheitsops) und über die Religion. Die Entscheidung über die Religion des Kindes gehört unumstritten zum Kernbereich dieses Rechtes. Diese Zugehörigkeit zum Kernbereich wird aber in jüngster Zeit von Atheisten in der Tradition der Aufklärer entgegen der eindeutigen Verfassungslage gerne bestritten.

c) Eingriff in die Religionsfreiheit (Art. 4 GG). Da nach Art. 6 GG die Eltern die Religion ihres Kindes bestimmen dürfen (jedenfalls bis es selbst einsichtsfähig ist), dürfen die Eltern auch und gerade für ihren Säugling die Religionszugehörigkeit entscheiden. Jetzt wird es theologisch. Juden entscheiden sich eigentlich nicht für die Religion ihrer Kinder, sondern bestätigen (nach ihrer religiösen Ansicht nur) Gottes Entscheidung, dass alle ihre Kinder auch Juden sein sollen. Vom säkularen Staat aus gesehen wird das aber als Entscheidung gewertet. Dies tun sich ganz selbstverständlich am Tag der Geburt. Die Beschneidung ist eine der Kernpflichten ihrer Religion, die aus dieser Entscheidung folgt (1. Mose 17, 9-14):

9 Und Gott sprach zu Abraham: So haltet nun meinen Bund, du und deine Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht. 10 Das aber ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinem Geschlecht nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden; 11 eure Vorhaut sollt ihr beschneiden. Das soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch. 12 Jedes Knäblein, wenn’s acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen. Desgleichen auch alles, was an Gesinde im Hause geboren oder was gekauft ist von irgendwelchen Fremden, die nicht aus eurem Geschlecht sind. 13 Beschnitten soll werden alles Gesinde, was dir im Hause geboren oder was gekauft ist. Und so soll mein Bund an eurem Fleisch zu einem ewigen Bund werden. 14 Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut, wird er ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat.

Die Beschneidung selbst stellt also keine Entscheidung der Religionszugehörigkeit dar, aber wohl eine Kernpflicht in ihrer Religion und gehört damit ganz sicher zum Kernbereich der Religionsfreiheit für Juden. Bei Muslimen ist das ein wenig anders. Die Beschneidung steht nicht im Koran, sondern gehört zur „Sunna“ (Tradition), die wohl nur für die Hauptströmung der Sunniten verbindlich ist. Aber zumindest bei diesen ist sie eine Kerntradition.

d) Eingriff in das Diskriminierungsverbot nach Art 3 GG.

Zumindest für Juden sind hier zwei Schutzgüter einschlägig: Benachteiligung wegen Religion und Abstammung/Rasse (da sie selbst sich bzw. nach ihrer Ansicht Gott sie rassisch als biologisches „Volk“ definieren). Benachteiligung ist die Ungleichbehandlung von Gleichem oder die Gleichbehandlung von Ungleichem ohne sachlichen Grund. Gleich schwere Eingriffe in das Recht auf körperliche Unversehrtheit müssen nach diesem Gebot gleich behandelt werden. Wenn die Abtreibung einen gleich gravierenden oder schwereren Eingriff wie die männliche Beschneidung darstellt, muss die Beschneidung den Eltern des Kindes unter den gleichen Bedingungen erlaubt werden, wie die Abtreibung ihres Teenagers. Wenn die Abtreibung aber einen weit größeren Eingriff darstellt – was nach obiger Beschreibung näher liegt – muss die Beschneidung noch viel leichter erlaubt werden.

2. Abwägung:

Ich stelle also fest: Wenn die Eltern über eine männliche Beschneidung entscheiden, stehen der Kernbereich zweier Grundrechte sowie das Diskriminierungsverbot auf ihrer Seite. Ob der Kernbereich des Grundrechtes auf körperliche Unversehrtheit durch die Beschneidung überhaupt betroffen ist, ist mehr als zweifelhaft. Aber selbst dann wäre der Eingriff deutlich geringer als bei einer Teenagerschwangerschaft, die einen dreifachen Eingriff in den Kernbereich bedeutet und den Eltern ebenso zur Disposition gestellt wird. Dies gilt aber nicht nur für Eltern von Teenagern, dort aber dreifach. Schon die erwachsene Frau, die abtreibt, greift in des Kernrecht ihres ungeborenen Kindes ein, dass schon vom Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit erfasst ist. Wenn Sie das darf, darf sie nach dem Gleichheitsgrundsatz es erst Recht nach seiner Geburt beschneiden, das ist ja wohl ein geringerer Eingriff, als es zu töten.

III. Fazit
Solange in Deutschland eine Fristenregelung für den Schwangerschaftsabbruch existiert, Eltern (von Teenagern) also keine, nicht einmal religiöse Gründe brauchen, um (ihre Tochter zum Abbruch zu zwingen oder selbst) abzutreiben und einen ungeborenen Menschen zu töten, muss die Abwägung genauso eine männliche Beschneidung (zumindest bei Juden) erlauben.

Nur, wenn statt der geltenden Fristenregelung die Abtreibung als Indikationsregelung (Abtreibung nur mit guten Gründen erlaubt) Gesetz wäre, könnte man überhaupt realistisch, ohne Heuchelei daran denken, über ein Verbot der religiösen Beschneidung nachzudenken.

Daher frage ich alle Gegner der Beschneidung: Wie halten Sie es mit der Abtreibung? Was unternehmen Sie diesbezüglich?

Weitere interessante Aufsätze und Schriften zum Thema

P.S: Nur zur Sicherheit: Dass weibliche Beschneidung eine Genitalverstümmelung darstellt, die durch nichts zu rechtfertigen ist, weil sie im Gegensatz zur männlichen Beschneidung in jedem Fall lebenslange Schmerzen, ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei der Geburt sowie eine völligen Verlust der sexuellen Freude bedeutet und so im Ergebnis eine menschenunwürdige Demütigung darstellt, sollte außer Frage stehen.

Zitate:

3 Kommentare
  1. Ich halte den Vergleich mit dem Thema Abtreibung für falsch.

    Grundlage der Fristenregelung zum Schwangerschaftsabbruch ist doch die alte Frage: Wann fängt das menschliche Leben an? Und nur solange noch nicht von menschlichem Leben gesprochen werden kann (d.h. solange noch kein erlebendes Subjekt vorhanden ist, bei dem zumindest davon ausgegangen werden kann, dass es leben und keine Schmerzen erleiden möchte), darf eine Schwangerschaft abgebrochen werden.

    Die 14-Wochen-Frist ist hierbei zugegebenermaßen ein Kompromiss des Gesetzgebers. Die katholische Kirche würde den Beginn menschlichen Lebens wahrscheinlich schon bei der Befruchtung der Eizelle ansetzen, andere würden ggf. beim einem 5 Monate alten Fötus noch nicht von einem leidensfähigen/lebenswilligen Subjekt ausgehen. (Nebenbei ist, soweit ich informiert bin, die Abtreibung bis zur Woche 14 nicht legal, sie wird lediglich nicht strafrechtlich verfolgt).

    In der Beschneidungsdebatte sind viele Emotionen beteiligt, Basis für die meisten Äußerungen dürfte das individuelle Gerechtigkeitsempfinden sein. Ich persönlich kann z.B. Mitgefühl empfinden, wenn ich einen Menschen leiden sehe, sei dies ein alter Mensch oder ein junger oder ein Kind. Oder eben ein Säugling, dem gerade jemand mit einem Skalpell oder sonstigem Gerät an der empfindlichste Stelle seines Körpers solche Schmerzen zufügt, dass er sich die Lunge und womöglich die Seele aus dem Hals schreit, bis er in Schockstarre fällt.

    Mein Mitgefühl mit einem Fötus, der noch nichts erlebt und spürt, ist dagegen relativ gering. Bei vielen Christen ist es offenbar genau umgekehrt: Das ungeborene Leben wird mit Pech und Schwefel verteidigt, während das Leid und Elend der Geborenen dann egal ist. Sonderbar und für mich bis heute unverständlich.

    David Richter:Sehr geehrter Herr Mörschbach, Sie sind leider falsch informiert. Bitte lesen Sie meinen Beitrag nochmal genau. Es ist im Verfassungsrecht unumstritten, dass der grundgesetzliche Lebensschutz mit der erfolgreichen Zeugung = Einnisten der Eizelle anfängt (so sehen das auch die katholische Kirche und viele evangelische Christen, wie Sie richtig bemerkt haben). Deshalb ist in Deutschland jede Abtreibung in § 218 Absatz 1 StGB grundsätzlich unter Strafe gestellt. Von diesen Grundsätzen gibt es Ausnahmen in §§ 218a ff. wenn eine Abtreigung unter bestimmten Bedingungen von einem Arzt nach 12/22 Wochen vorgenommen wird, nicht weil noch kein ungeborener Mensch da wäre, sondern weil man die Frauen schützen will vor Scharlatanen und Abtreibungen in dreckigen Ecken.

    Ein fünf Monate alter Fötus, den Sie töten würden, ist schon lebensfähig, ab der 22. Schwangerschaftswoche (ca. Mitte 4. Monat) ist eine Frühgeburt möglich. Sie würden sich in Deutschland also strafbar machen. Ich kann nicht verstehen, wie Sie einem lebensfähigen Embryo im Bauch das Menschsein absprechen wollen, wenn er noch am gleichen Tag geboren werden könnte. Noch weniger kann ich verstehen, wenn sie die gegenwärtige Praxis gut heissen, nach der ein lebensfähiger Behinderter mit Trisomie 21 genau und allein wegen dieser Behinderung straflos im 9. Monat kurz vor der natürlichen Geburt abgetrieben werden kann, aber verlangen, dass man acht Tage später den Eltern verbietet, seine Vorhaut zu beschneiden. Meinen Sie, diese 8 Tage machen ihn erst zum Menschen?

    Ihre Emotionen in Ehren, aber Gerechtigkeit muss man an der Sache orientieren, nicht an vorübergehenden, momentanen Gefühlszuständen. Leider hat die Forschung ergeben, dass Menschen moralische Probleme von der Emotionen her immer schlechter lösen können, je komplexer sie sind. Hier liegt ein solches komplexes Problem vor. Deshalb habe ich es mit einem Schwangerschaftsabbruch in Bezug gesetzt. Sich hier von Ihren Emotionen leiten zu lassen ist daher sehr trügerisch.

    Aber falsche Fakten führen auch nicht weiter. Ihre Annahme, dem Neugeborenen werde „an der empfindlichste Stelle seines Körpers solche Schmerzen zufügt, dass er sich die Lunge und womöglich die Seele aus dem Hals schreit, bis er in Schockstarre fällt“ stimmt so im Normalfall nicht. Neugeborene und Kleinkinder sind weit weniger empfindlich als Erwachsene. Ich habe drei Kinder, weiß das aus Erfahrung. Und dass der Embryo mit 12/22 Wochen vielleicht noch nicht schreien kann, heißt nicht, dass er keine Schmerzen hätte. Der Rest ist Ihre persönliche Meinung, die ich hier nicht kommentieren möchte.

    Übrigens, eine Frage haben Sie geschickt umgangen: Wie ist das mit Ihrem Gewissen zu vereinbaren, wenn Eltern ihre Teenager zum Abtreiben zwingen und das 14-jährige Mädchen anschließend Depressionen, Schuldgefühle, Suizidgedanken von der Abtreibung bekommt? Wie setzen Sie das ins Verhältnis zu dem bisschen Haut? Bekommen Säuglinge davon Suizidgedanken oder Depressionien? (Die Folgen stellen sich aber genauso ein, wenn die Eltern das Mädchen selbst entscheiden lassen und es die Abtreibung wählt, wenn die Eltern die Verantwortung also auf den unreifen Teenager abwälzen)

    Hochachtungsvoll, David Richter

  2. Sehr geehrter Herr Richter, vielen Dank für Ihre Antwort, ein paar Anmerkungen:
    David Richter: Danke ebenfalls!

    „…Ein fünf Monate alter Fötus, den Sie töten würden, ….“
    Sorry, das habe ich nicht gesagt und nicht gemeint. Ich habe ausdrücklich von anderen gesprochen. (Ich persönlich würde die Frist eher verringern als verlängern).
    David Richter: Sorry, das habe ich nicht verstanden. Warum schildern Sie das Beispiel dann?

    „…Noch weniger kann ich verstehen, wenn sie die gegenwärtige Praxis gut heissen, nach der ein lebensfähiger Behinderter mit Trisomie 21 genau und allein wegen dieser Behinderung straflos im 9. Monat kurz vor der natürlichen Geburt abgetrieben werden kann,….“
    Auch hiervon war in meinem Text keine Rede. Ich bin nicht Peter Singer. Ich bin ja noch nicht einmal Atheist.
    David Richter:

    1. Wenn Sie kein Atheist sind, können wir auf religiöser Basis vielleicht einfacher diskutieren. An Wen/Was glauben Sie?
    2. Gut, das haben sie nicht gesagt. Aber das ist die Konsequenz ihres Beitrags. Sie haben sich auf das geltende Recht berufen, ich habe es Ihnen geschildert. Ich habe in meinem Beitrag oben geschrieben, warum Abtreibung ein weit gravierenderer Eingriff in die körperliche Unversehrtheit ist, als eine Zirkumzision. Aber das Beispiel funktioniert genauso mit der 14-jährigen Teenagerin: Die Eltern können ihr im 9. Monat verbieten oder erlauben, gefährliche Sachen zu machen, die das schwangere Kind gefährden würden (Trinken, Rauchen, Trend-Sport, Hausarbeiten, Piercing, Tatoo …), aber 8 Tage später sollen sie einen kleinen Hautschnitt nicht erlauben können?

    „….Ihre Emotionen in Ehren, aber Gerechtigkeit muss man an der Sache orientieren, ….“
    Meine Rede von den Emotionen bezog sich auf den Verdacht, dass in dieser Debatte jeder in bestimmter Weise emotional disponiert ist. Je mehr man die eigene Gefühlslage für die objektiv richtige hält, desto schwieriger wird es, den anderen zu verstehen.
    David Richter: Richtig, da stimme ich Ihnen vollständig zu.

    „….Übrigens, eine Frage haben Sie geschickt umgangen: Wie ist das mit Ihrem Gewissen zu vereinbaren, wenn Eltern ihre Teenager zum Abtreiben zwingen und….“
    Diese Frage habe ich nicht umgangen, sondern habe sie mir gar nicht gestellt. Ich habe auch an keiner Stelle behauptet, dass ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann, wenn Eltern ihre Teenager zum Abtreiben zwingen. Auch das Gegenteil habe ich nicht behauptet. Weil ich, wie in meiner Ausgangsthese formuliert, den Vergleich mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch in dieser Debatte insgesamt für falsch halte.
    David Richter:Leider haben Sie nicht begründet, warum der Vergleich falsch sein sollte. Wie Sie oben gelesen haben, habe ich verfassungsrechtlich argumentiert. Verfassungsrechtlich gibt es zwei Arten von Eingriffen in Grundrechte: Eingriffe in den allgemeinen Schutzbereich und Eingriffe in den Kernbereich. Während allgmeine Eingriffe leicht zu rechtfertigen sind, sind Eingriffe in den Schutzbereich nur ausnahmsweise gestattet. Die Zirkumzision betrifft nach meiner bisherigen Rechtsauffassung nur den allgemeinen Bereich, die Abtreibung ist aber wie jede Tötung eine erhebliche Beeinflussung zentraler Lebensfunktionen (Tod, Leben, Fortpflanzung, Sehen, Hören, Gehen u.ä.), die den Kernbereich betrifft. Wenn Sie aber Verfassungsgüter gegeneinander abwägen, kommen Sie nicht daran vorbei, Vergleiche anzustellen.

    Welche Vergleichspaare sähen Sie denn als angemessen an?

    Was halten Sie vom Bauchnabel- oder Zungenpiercing? Davon wenn Eltern ihren Minderjährigen Sex mit anderen Minderjährigen erlauben und eine Schwangerschaft riskieren? Wenn Eltern ihren Säuglingen aus Unkenntnis in der ersten Woche die Zehennägel beschneiden oder töten, indem sie Milch mit Honig süßen? Wenn Eltern die Geschmacksnerven ihrer Kinder fürs ganze Leben mit Fastfood prägen oder schon in der Schwangerschaft zu süß essen so dass ihre Kinder nachher fettleibig werden? Wenn Eltern ihre Kinder hilflos alleine mit einem Jahr in eine Krippe geben, wovon nach der NICHD-Studie (die auf Europa übertragbar ist, siehe Züricher Studie) 2/3 aller Kinder erhebliche Schäden im emotionalen Berich davontragen und damit später in der Pubertät ihre ganze Schulklasse infizieren? – Alles das dürfen Eltern alleine entscheiden, ohne den Staat fragen zu müssen. Bei alledem sind die Langzeitfolgen bekanntermaßen ernster als bei der Brit Mila. Bisher drücken Sie sich vor einem Vergleich, ihr Vergleich ist also schlechter als meiner.

    „…. Wie setzen Sie das ins Verhältnis zu dem bisschen Haut? Bekommen Säuglinge davon Suizidgedanken oder Depressionien? ….“
    Das bisschen Haut halte ich nicht für so entscheidend. Relevant ist für mich die Frage, was der Säugling während der Beschneidung erlebt. Sprechen kann er ja noch nicht. Welche Zeichen gibt der Säugling? Bleibt er ruhig? Atmet er tief? Lächelt er? Erlebt er die Beschneidung als Geschenk? Oder schreit er wie einer, der die Hölle auf Erden erlebt?
    David Richter: Absurd. Als Geschenk wird er es sicher nicht erleben. Diese Kategorie ist ihm fremd. Der Säugling kann nicht zwischen Mein und Dein unterscheiden und ALLES betrifft in seinen Augen nur ihn. Wie bereits oben gesagt, sind Säuglinge nicht so schmerzempfindlich. Das, was Sie als „schreit er wie einer, der die Hölle auf Erden erlebt?„, erlebt jeder Säugling mit der natürlichen Geburt. Wenn er sich nach acht Tagen daran schon erinnern könnte (bezweifle ich), wäre es im Vergleich nicht sonderlich schmerzhaft. Aber diesen Vergleich hat er nicht und auch den Beschneidungsschmerz wird er schnell vergessen. Der Säugling hat einen momentanen Schmerz, mit Sicherheit. Den vergisst er aber mit gleicher Sicherheit entweder sofort oder im Vergleich mit der Geburt. Schmerzen hat ein Säugling jeden Tag mehrmals, weshalb er auch mehrmals und manchmal stundenlang schreit (Mal von Schreikindern gehört?). Eltern können da meist sofort nichts machen, müssen selbst erst mal erkunden, was dieses Schreien jetzt bedeutet. Haben Sie Kinder? Ich denke, verglichen mit dem Schmerz, den Kinder alltäglich haben (besonders, wenn sie in Krippe und Kindergarten gehen müssen, ist dieser Schmerz vernachlässigbar. Bitte bedenken Sie, dass physischer Schmerz für Kinder längst nicht so schlimm ist, wie psychischer Schmerz (Was nicht heißt, dass man physischen Schmerz unnötig zufügen solle).

    Hochachtungsvoll,
    Udo Mörschbach.

    Hochachtungsvoll
    David Richter:

  3. „…Leider haben Sie nicht begründet, warum der Vergleich falsch sein sollte…“

    Sehr geehrter Herr Richter, ich sehe das etwa folgendermaßen: Es gibt den grundgesetzlichen Schutz des Lebens. Dann gibt es zwei Grauzonen des menschlichen Daseins: den Lebensanfang und das Lebensende, aus denen sie die Probleme Schwangerschaftsabbruch bzw. Sterbehilfe ergeben: Wo fängt menschliches Leben an, wo hört es auf, unter welchen Umständen und mit welchen Begründungen sind Eingriffe zu verbieten / ethisch zu rechtfertigen?, etc. – alles sehr grundlegende Debatten, bei denen es wesentlich darum geht, ob und unter welchen Bedingungen das Prinzip Lebensschutz relativiert werden darf/sollte/muss.
    David Richter: Leider wieder falsch. Der Nasciturus ist nach einhelliger Ansicht durch Art. 1 I, 2 II 1 GG geschützt. Strittig ist nur, ob schon ab Verschmelzung von Ei und Samenzelle oder erst ab Nidation geschützt ist (und – etwas akademisch, ob er als Grundrechtsträger oder nur objektiv-rechtlich geschützt ist, ob also seine Mutter in seinem Namen klagen kann oder nicht).

    In der Beschneidungsdebatte stellen sich diese Frage nicht. Deshalb finde ich den Vergleich ungeeignet.
    David Richter: Wie sieh sehen, stellt sich diese Frage nach dem Grundgesetz nicht. Ihr Einwand, der Vergleich sei ungeeignet, fußt also auf falschen Tatsachen.

    Sie fragen mich nach einem besseren Vergleich. Mein Problem fängt aber vorher an, bei der Frage: Was und wie erlebt der Mensch die Welt ganz am Anfang? Denn davon hängt alles ab.

    Ich stelle mir vor, ich bin in einem engen Raum gefangen. Ich werde gut versorgt, aber ich will in die Freiheit. Von außen hilft man mir. Der Prozess ist schmerzhaft und beängstigend, aber ich schaffe es hinaus. Jetzt wird noch ein Versorgungschlauch durchschnitten und ich schreie, weil ich selber atmen muss. Alles starker Tobak, aber unterm Strich danke ich meinen Befreiern. Soviel zum Thema Geburt.
    David Richter: Sehr romantisch, aber nicht realistisch. Das Baby hat zu dem Zeitpunkt noch kein „Ich“-Bewusstsein. „Freiheit“ kann es nicht einmal in Ansätzen verstehen. Es ist viel banaler. Die Wehen der Mutter verursachen dem Baby schmerzen. Es will nicht raus, weil es dazu Ursache und Wirkung verstehen müsste. Es hilft bei der Geburt also nicht mit. Die Hilfe bei der Geburt kann es überhaupt nicht würdigen. Schmerzhaft ist die Geburt sicher, ob das Kind schon Angst empfinden kann, weiß ich nicht. Warum die Kinder schreien, weiß auch keiner, glaube ich. Aber manche Kinder schreien auch gar nicht nach der Geburt.

    Acht Tage später werde ich öffentlich vorgeführt, wehrlos. Man entblößt meine Genitalien und foltert mich einige Minuten. Ich schreie lautstark, so wie wohl jeder, der gefoltert wird. Später stellt sich heraus, dass die Täter gar keine Sadisten sind, sondern Funktionäre eines Vereins, in dem man mich nach Abschluss der Folterarbeiten als neues Mitglied willkommen heißt, bei allgemeiner Partystimmung. Die Vorhaut, die man mir abgetrennt hat, ist die Aufnahmegebühr, die zu entrichten ich mich nicht weigern durfte. Die Mitgliedschaft in dem Verein habe ich zwar nicht angestrebt, aber die anderen sind froh, dass ich jetzt dazugehöre. Soll ich jetzt auch dankbar sein? Ich bin mir nicht sicher. Soviel zum Thema Beschneidung. Die Geburt schien mir sinnvoller.
    David Richter: Auch zu romantisch, nicht realistisch. Das Baby wird aus seiner Sicht nicht „öffentlich vorgeführt, wehrlos“, da es noch nicht einmal richtig sehen kann. Am 8. Tag sind die Sinne noch nicht so weit, es kann da erst Gesichter im Nahbereich von 20-30 cm erkennen und ob die Lächeln oder nicht. Ich bin sicher, bei der Brit Mila lächeln die Beteiligten das Kind an.

    Sie sagen, der Säugling erlebe das alles ganz anders. Er habe kaum Schmerzempfinden Auch erinnere er sich später an nichts. Diese Position basiert auf Vermutungen, nicht auf Wissen.
    David Richter: Meine Position beruht nicht auf Vermutungen, sondern auf Erfahrung mit drei Kindern und auf Studien, die ich lese. Fest steht, schon der Embryo verspürt Schmerz, der Neugeborne deshalb ebenso, aber die Fähigkeit, Schmerzen zu empfinden ist noch nicht voll ausgebildet. Das Kind beruhigt sich ein paar Minuten nach der Beschneidung wieder. Es können auch lokal wirkende Schmerzmittel prophylaktisch verabreicht werden.

    Manche Psychologie lehrt uns, dass die ersten Jahre im Leben eines Menschen entscheidend seien. Dass Erlebnisse umso prägender seien, je früher sie stattfinden. Wer früh zum Opfer wird, könne Verhaltensweisen entwickeln, die ihn später zum bevorzugten Ziel von Tätern werden ließen. (Denn die Täter sind Feiglinge, nicht erst in der Tat, sondern schon bei der Wahl ihrer Opfer.)
    Dies wäre die Gegenposition. Auch sie basiert auch auf Vermutungen, nicht auf Wissen.
    David Richter: Nein. Meine Position beruht auf wissenschaftliche Erkenntnissen, Ihre Vermutung basiert auf wilden Theorien, gemischt mit der richtigen Erkenntnis, dass die ersten Jahre für die Psychologie entscheidend sind. Das Gehirn wächst nämlich in dieser Zeit noch. Aber Ihre Vermutungen zur „Opferrolle“ sind in der Tat an den Haaren herbeigezogen – wissenschaftliche Anahltspunkte dazu gibt es nicht. Dann müssten ja alle Beschnittenen bevorzugtes Ziel von Tätern sein – das würde schon längst aus einer Statistik ablesbar sein. Da es dazu keine Statistik gibt, obwohl es Statistiken zu Beschneidungen in ausreichender Zahl gibt, ist das einfach nur falsch.

    In diesem Sinne hatte ich Schwierigkeiten, eine klare Meinung zu entwickeln. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es. Um weiter zu kommen, schaue ich mir auf Youtube Beschneidungsvideos an. Ich sehe mehr als tausend Bilder. Es fällt mir schwer, bis zum Ende zuzuschauen. Ich weiß jetzt wieder, was Widerwille ist. In Amerika gibt es das „Circumstraint board“, eine Kunststoffbrett mit Vertiefungen entsprechend der Anatomie des Säuglings und Klettverschlüssen in Höhe der Knie und Ellbogen. Als Fortentwicklung gibt es das „Circ sheet“, eine kleine Matratze, auf die der Säugling geschnallt wird, er muss dann nicht auf kaltem, harten Kunststoff liegen und braucht nicht frieren. Wie freundlich die Erfinder sind.
    David Richter: Ich kann verstehen, dass Ihnen das schwer fällt. Die Natur hat das – aus gutem Grund – so eingerichtet, dass man Mitgefühl bekommt, wenn ein Baby schreit. Wenn Sie aber selbst ein Baby zuhause haben, lernen Sie schnell, dass es nicht herzlos ist, wenn man ein Baby mal fünf Minuten schreien lässt. Wie gesagt, die Schreibabies schreien Tag und Nacht ohne nachvollziehbaren Grund (oder dass man ihren Blähungen wirksam abhelfen könnte), auch das gibt es. Nach drei Monaten sind bei Jungs die „Dreimonatskoliken“ von alleine vorbei. Im ersten Video, das ich gefunden habe, hat das Baby gerade mal 30 Sekunden geschrien. Festschnallen, ist im allgemeinen etwas, was Babies geniessen, denn es ist derselbe wohlige Zustand, wie im Mutterleib. Meine erste Tochter hatte (aus medizinischen Gründen) fast das erste Jahr Gute um, und war quietschfidel.

    An die Mädchen hat auch einer gedacht und den Vorschlag gemacht, statt sie zu beschneiden einmalig mit einer Nadel in die Klitoris zu stechen. Das wäre harmloser als die Beschneidung beim Jungen. Dagegen lässt sich schwer argumentieren.
    David Richter: Ihren Hinweis auf die weibliche Beschneidung ist geschmacklos, ich habe oben schon darauf hingewiesen, dass das eine Genitalverstümmelung ist. Es gibt zudem keine Religion, die das gebieten würde, darüber zu spekulieren wäre also rein akademisch und hätte nichts mit der Realität zu tun..

    Bei allem bleibt die Frage: Was treibt erwachsene Menschen dazu, mit Skalpellen, Scheren, Nadeln oder sonstigem Gerät ohne Not die Geschlechtsteile von Kindern zu bearbeiten?
    David Richter: Gehorsam gegen Gott. Liebe zu seinem Kind. Tradition. Ein gesundes Augenmaß: Denken Sie an den Vergleich zur Abtreibung und zu sonstigen Schmerzen, die der Säugling empfindet.

    Da Sie einen Vergleich wollen: Es gibt natürlich Schlimmeres. Die schwarze Pädagogik des 19. Jh. hatte das Ziel, die Psyche des Kindes komplett zu brechen. Was dann ja auch gelungen ist, massenweise. Im Ergebnis gab es nicht die klugen Opfer, sondern die dumpfen, stumpfen Täter, von keinem Mitgefühl je heimgesucht. Sodass auch dieser Vergleich unangemessen erscheint. Es ist nicht leicht mit den Vergleichen.
    David Richter: Richtig. Der Vergleich hinkt gewaltig. Bei der schwarzen Pädagogik geht es darum, Kinder Schmerzen bewusst empfinden zu lassen, um ihr Verhalten zu ändern, sie zu brechen. Dass die Beschneidung, die lange vor der Entwicklung des richtigen Bewusstseins erfolgt, darauf überhaupt einen Einfluß haben kann, vertritt niemand seriös.

    Jedenfalls wäre ich für ein Ende der Beschneidungen, nicht per Gesetz, sondern per Bewusstseinswandel. Dieser findet vielleicht gerade statt, Bauchnabelpiercing hin oder her.

    Sie fragen mich, ob ich Kinder habe – nein. Wenn, dann wäre es mein Ziel, dass sie nicht Täter, nicht Opfer, nicht Mitläufer werden. Weshalb ich ihnen frühe Gewalt ersparen würde. Und Milch mit Honig natürlich.
    David Richter: 😉 Milch mit Honig dürfen Kinder trinken. Nur Säuglinge nicht, das könnte tödlich sein, weil die Bakterien im Honig für Säuglinge lebensbedrohlich sein können. Ich würde Ihnen dringend raten, mal einen Monat auf der Säuglingsstation oder sonst Tag und Nacht mit einem Neugeborenen zu leben, damit Sie merken, wie sehr Sie sich in ihrem – sehr ehrbaren Versucht sich in die Seele der Kinder hineinzuversetzen – irren. Jede normale Mutter eines zwei-jährigen Kindes wird ihnen bestätigen können, dass Ihre Vorstellungen, die Sie hier geschildert haben, nicht realistisch sind. Aber ich vermute, ich werde Sie nicht überzeugen können. Deshalb meine herzliche Bitte: Stellen Sie sich der echten Babyrealität!

    Hochachtungsvoll,
    Udo Mörschbach.

    Hochachtungsvoll,
    David Richter

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